einteilige KOS-System Dr. Svoboda BDIZ
Interview mit Dr. Michael Svoboda, Duisburg
Zurück zu den Wurzeln
Zahlreiche Patienten wünschen sich eine minimal-invasive Implantattherapie. Auch Dr. Michael Svoboda, Duisburg, hat festgestellt, dass seit einigen Jahren der Wunsch nach einem möglichst geringen chirurgischen Eingriff und einer kurzen Therapiezeit zunimmt. Um diese Bedürfnisse erfüllen zu können, hat er das einteilige KOS-System (Dr. Ihde Dental) in sein Konzept der sanften Implantologie integriert. Vorbehalte gegen einteilige Systeme hat der langjährige Implantologe nicht. Denn: „Wenn es einfacher geht – warum nicht zurück zu den Wurzeln gehen?“
Was hat Sie bewogen, sich mit einem einteiligen Implantatsystem und der transgingivalen Insertionsmethode auseinander zu setzen?
Viele meiner Patienten wünschen sich zwar Implantate, möchten aber nach Möglichkeit keine Augmentation oder Sinuslift. Um auf ihre Bedürfnisse nach einem möglichst kleinen chirurgischen Eingriff eingehen zu können, habe ich im vergangenen Jahr nach einer Alternative gesucht. Bei den einteiligen Systemen ist nicht nur der Eingriff minimal invasiv, auch das bekannte Problem des Spaltes mit Invasion der Bakterien zwischen Implantat und Abutment bei zweiteiligen Systemen tritt hier gar nicht erst auf.
Es hat gut gepasst, dass Dr. Ihde Dental einen fünftägigen OP-Kurs in der Dominikanischen Republik mit dem KOS-System angeboten hat. Dort habe ich rund 20 Implantate in verschiedenen Kieferregionen inseriert und das gesamte System gut kennen gelernt. Es ist einfach zu handhaben. Positiv finde ich zudem, wie einfach und funktionell die kleine Chirurgiebox ist.
Haben Sie das KOS-System in Ihr Implantologie-Konzept integrieren können?
Mich hat es überrascht, dass wir eine relativ große Anzahl an Patienten mit den Implantaten versorgen können. Ich bevorzuge das KOS-System für Fälle der Spätversorgung, bei denen keine augmentativen Maßnahmen im Vorfeld notwendig sind.
Sie verwenden auch zweiteilige Systeme. Wo liegen bei einem Vergleich die Vor- und Nachteile?
Das KOS-System hat einen klaren Vorteil für den Patienten - das ist die transgingivale Insertion der Implantate. Den Patienten geht es durch die nur sehr geringe Traumatisierung nach der Insertion sehr gut. Positiv ist auch, dass wir weniger Knochenverlust haben.
Da die Implantate sofort belastbar sind, können wir auch die Therapiezeit stark verkürzen. In der Regel wird innerhalb von zehn Tagen die definitive prothetische Versorgung eingesetzt. Damit haben wir die Phase für das Tragen des Provisoriums im Vergleich zu den zweiteiligen Systemen um zwei bis drei Monate verkürzt.
Einschränkungen kann es in der Parallelisierung geben, weil die Implantate nicht immer in der Zahnachse gesetzt werden können. Allerdings bietet KOS hier geschickte Lösungen für die Angulation an: Das geschieht entweder mit Angulationsadaptern, den Implantaten mit speziell beschleifbaren Stümpfen oder den Implantaten mit den biegbaren Stümpfen. So kann man Winkel bis zu 30 Grad handhaben.
Nach wie vor verwende ich auch zweiteilige Systeme, zum Beispiel in Fällen der Sofortversorgung. Im Bereich der ästhetischen Zone ist die Wahl ob ein- oder zweiteilig vom Einzelfall abhängig.
Wie gehen Sie operativ vor?
Wir klappen nur in wenigen Ausnahmefällen auf. In der Regel öffnen wir die Schleimhaut bis hin zur Pilotbohrung mit dem Laser. Wir verwenden einen Laser, der sowohl Weich- wie auch Hartgewebe bearbeitet. Dieses Vorgehen hat die Vorteile, dass wir weder eine Blutung noch eine Traumatisierung des Knochens haben und dass wir selbst bei einem schmalen Kieferkamm ganz präzise vorgehen können. Die Gefahr, mit dem Drill abzurutschen, besteht nicht. Zusätzlich sterilisiert der Laser das gesamte Gewebe.
Welche Aspekte sind bei der Diagnostik zu berücksichtigen?
Voraussetzung für das transgingivale Inserieren ist, dass man um die KOS-Schraube herum genügend Knochen hat. Deshalb ist der Kieferkamm sensibel zu ertasten. Das erfordert im Vergleich zum Aufklappen etwas mehr Sensibilität und Erfahrung des Implantologen. Eine dreidimensionale Aufnahme des Kiefers ist in schwierigeren Ausgangssituationen eine zusätzliche Sicherheit und Beruhigung.
Können Sie ein erstes Fazit ziehen?
Die Erfolgsquote liegt zurzeit bei 100 Prozent. Aber ich will hierzu noch keine verbindliche Stellungnahme geben. Es sind die ersten zwei Jahre entscheidend und da ist ein Fazit nach ca. acht Monaten noch zu früh.
Die nächsten KOS-Kurse finden statt:
Vom 15. bis 19. September auf Teneriffa
Vom 23. bis 30. Oktober in der Dominikanischen Republik
Weitere Informationen unter www.ihde-dental.de und www.implant.com.
Vita:
Dr. Michael Svoboda ist seit 1992 implantologisch tätig und hat den Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie der DGI und des BDIZ erlangt. Dr. Svoboda ist Master of science M.Sc. Implantologie (DGI), und Master of science Laserzahnmedizin, M.Sc. (DGL) . Niedergelassen ist er seit 20 Jahren in einer Einzelpraxis mit Assistentin in Duisburg. Seit 2002 ist er Geschäftsführer und Inhaber der „diPura“ Privatklinik für ästhetische Zahnmedizin in Essen.
Er ist Mitglied in den Fachgesellschaften DGZI, DGZMK und DGL.
Kontakt:
Dr. Michael Svoboda, M.Sc. M.Sc.
Amtsgerichtsstraße 26
47119 Duisburg
info@dr-svoboda.de






